März 2009 Archive

"Warum eigentlich socialapps" wurde ich schon mehrmals gefragt. Und die Frage ist schon berechtigt, denn eigentlich geht es hier ja derzeit primär um "die ganze 2.0 Thematik", also im Detail

  • Web 2.0 als neue Form der Kollaboration im Internet,
  • und Enterprise 2.0 als Verhaltensänderung im Unternehmen durch Nutzung der Web 2.0 Werkzeuge.

Doch wie lange sind diese Themen noch aktuell? Sicherlich kürzer als die Spanne, in der die Menschheit weiterhin neue Kommunikationsmethoden erfinden wird.

Kommunikationsformen der Vergangenheit und Zukunft ist vieles gemein: Sie liefern uns neue Möglichkeiten, Sozialkontakte aufzubauen und zu pflegen, und stossen dabei oft auf die selben Einführungshindernisse wie die Mittel, die ihnen vorausgegangen sind. Jede Soziale Applikation der Vergangenheit war zunächst innovativ, teuer und in den Augen der Öffentlichkeit "vermeintlich unnötig". Zum Durchbruch geworden sind all jene, die unsere Reichweite erhöht haben sobald eine kritische Masse an Nutzern erreicht wurde.

Es ist zu vermuten, dass die Lösung der E2.0-Einführungs-Thematik auch Hinweise und Muster für zukünftige, neue Kommunikationsmittel birgt. Deshalb der breiter gespannt Bogen und "socialapps" als Name unseres Projekts.

17. März 2009

Was bewirbt was?

Die drei derzeit für das E2.0 wichtigsten Applikationen sind:
  • Wiki
  • Weblog
  • Microblog
Doch wie hängen diese zusammen und welcher Inhalt gehört wohin?

Folgendes Muster scheint sich für den Unternehmenseinsatz abzuzeichnen:

  • Wissen wird im Wiki kollaborativ verwaltet und aktualisiert
  • Neues Wissen im Wiki wird durch Weblog-Artikel redaktionell aufbereitet, beworben und anschließend diskutiert
  • Neue Artikel im Weblog werden im Microblog angekündigt und Stimmungen dazu eingefangen.
  • Alle genannten Plattformen stellen neben grafischen Schnittstellen RSS Feeds zur Verfügung.
Kurz und knapp zusammengefasst:

Weblog bewirbt Wiki. Microblog bewirbt Webblog.
Der Informationsgehalt des Internet ist unüberschaubar, wächst jeden Tag und ist ohne Suchmaschinen nicht mehr zu bewältigen. Für viele Nutzer ist darum Google die Startseite ihres Browsers.

Google beantwortet bezüglich eines Themas effizient die Frage, wo ich Informationen dazu finde. Hierzu Volltext-indiziert es die Webseiten dieser Welt. Google indiziert auch die Blogosphere, was eine andere Art von Informationen liefert: In Weblogs finden wir oft Antworten auf die Frage, wie die Meinung zu einem Thema ist. Auch das ist eine interessante Fragestellung, aber das Problem dabei ist, dass Suchmaschinen das gefundene Wissen nach "Relevanz" sortieren und das Alter des Artikels dabei nicht immer die größte Rolle spielt. Auch ist die Teilnahme an der Blogosphäre begrenzt. Somit fliessen nicht alle Meinungen zu einem Thema ein.

Microblogging ist derzeit DER Trend im Internet. Teilnehmer an Microblogging-Plattformen beantworten in einfachen Sätzen die Frage "was sie gerade tun und dabei empfinden". Ziel der Teilnehmer ist dabei sich selbst darzustellen, Sozialkontakte zu pflegen, aber oft auch mal einfach öffentlich Dampf abzulassen.

Gibt es in diesem Informationsstrom einen Nutzen für Unternehmen? Die Antwort ist meiner Meinung nach eindeutig JA, denn Twitter ist mehr und mehr eine Suchmaschine für Stimmungen. Es beantwortet die Fragestellung "Wie denkt die Welt aktuell zu einem Thema" deshalb so souverän, weil das Alter des Eintrags höchste Relevanz hat. Zusätzlich fliessen unglaublich viele Meinungen ein, weil die Inhalte so leicht zu erstellen sind ("kurz, knapp und unpräzise" sind im Microblog akzeptabel, auf Webseite, Wiki oder Weblog eher nicht).

Microblogging-Communities sind primär für Firmen interessant, die wissen wollen, wie der Markt über sie denkt. Für Verbraucher ist im Gegenzug bei der Auswahl eines Produktes neben dem Preis mehr und mehr relevant, dass sich der Produktanbieter für die Meinung des Kunden interessiert.

Microblogging wird damit zu einer wichtigen Kontaktzone zwischen Firmen und Kunden, in der beide "auf Augenhöhe" diskutieren. Das ist der Grund warum mehr und mehr Unternehmen Twitter-Champions einsetzen, die ihre Firma in Microblogs vertreten, Meinungen einsammeln, aber auch potentielle und existierende Kunden betreuen.

Woran man diese Champions im Unternehmen erkennt? Ihre Browser-Startseite ist nicht mehr eine Suchmaschine wie Google, sondern ein Microblog wie Twitter.