Ob
Wahlkampf oder
Notwasserung:
Micro-Blogging (und hier insbesondere der Urvater
Twitter) sind derzeit in aller Munde. Kein anderer Nachrichtenkanal auf der Welt ist schneller, und zum Reporter wird jeder, der einen Twitter-Client auf seinem Smartphone hat.
Nachrichtensender und Zeitungen verfolgen Twitter aus diesem Grund inzwischen, haben so ihre Augen überall auf der Welt, und bieten Nutzern eine Schnittstelle, um Nachrichten abzuliefern. (Ein gutes Beispiel für topaktuelle News via Twitter ist sicherlich
BreakingNewsOn, die mehrere 100 Nachrichtenströme bündeln und in einen Twitterstrom verwandeln)
Nachrichten auf Twitter sind kurz und prägnant: Jede Nachricht ist auf maximal 140 Zeichen beschränkt. Das klingt nach
Kinderspielzeug, ist aber die Basis des Erfolgs: Es gibt kaum Zugangshindernisse, niemand erwartet vollständige Artikel, allein
das Wesentliche und
der Kern der Nachricht zählt.
Natürlich sind viele der Einträge auf
Twitter relativ wertlos für die
breite Masse. Die meisten Teilnehmer beantworten dort nämlich nur mehr oder weniger regelmässig die Frage
"Was tust Du
gerade", und halten damit die Menschen, die ihrem Nachrichtenstrom folgen auf dem Laufenden. Oft geht es dabei aber halt nur um
einen Besuch bei Starbucks oder
den Gang
in die Kantine.
Doch so ist menschliche Kommunikation nun mal: Ein Großteil ist nicht
wirklich für die Allgemeinheit relevant. Gut, wenn man dann nur 140
Zeichen statt 3 Seiten darüber lesen muss.
Steckt ein Business-Nutzen hinter Twitter? Einige Firmen haben versucht,
Twitter als Marketingkanal zu benutzen und sind damit oft auf die Nase gefallen. Was dort nämlich niemand lesen will ist Werbung. Es geht auf Twitter nicht direkt um das Verkaufen, es geht darum, seinen Markt zu beobachten.
Es ist natürlich relevant zu wissen, wie Kunden über meine Produkte denken. Insbesondere wenn es kritische Stimmen sind. Wir können hier als Firma Feuer austreten, bevor daraus eine schlechte Rezension bei Amazon oder ein Blogeintrag wird, den die ganze Welt zitiert. Wir können zeigen, dass wir unsere Kunden ernst nehmen. Und wenn wir als Unternehmen offen und für alle transparent auf Kritik reagieren, hat das einen positiven Effekt auf unser Image.
Ich werde in den nächsten Tagen noch in die Business-Details gehen, aber hier schon mal etwas "zum Spielen": Ganz ohne, dass sie einen eigenen Twitter-Account bräuchten, können sie ja mal einen Blick auf
Twitter-Search werfen, ihren Firmennamen oder eine Produktgruppe eingeben und so schauen, wie Twitter-Nutzer über sie denken. Und im Vergleich dazu über ihre Konkurrenz? Viel Spaß beim Suchen. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie schon jetzt ein Thema sind. Ansonsten zeigen wir ihnen in den nächsten Einträgen wie sie es werden.