Neues in der Kategorie Weblog

17. März 2009

Was bewirbt was?

Die drei derzeit für das E2.0 wichtigsten Applikationen sind:
  • Wiki
  • Weblog
  • Microblog
Doch wie hängen diese zusammen und welcher Inhalt gehört wohin?

Folgendes Muster scheint sich für den Unternehmenseinsatz abzuzeichnen:

  • Wissen wird im Wiki kollaborativ verwaltet und aktualisiert
  • Neues Wissen im Wiki wird durch Weblog-Artikel redaktionell aufbereitet, beworben und anschließend diskutiert
  • Neue Artikel im Weblog werden im Microblog angekündigt und Stimmungen dazu eingefangen.
  • Alle genannten Plattformen stellen neben grafischen Schnittstellen RSS Feeds zur Verfügung.
Kurz und knapp zusammengefasst:

Weblog bewirbt Wiki. Microblog bewirbt Webblog.
Bloggen ist tot! So hört man es an allen Stellen im Internet. Und ein wenig stimmt das auch: Zu Anfang der Weblog-Bewegung war die Stärke von Weblogs gegenüber statischen Webseiten ja, dass man auf Ihnen mit seinen Lesern in die Diskussion einsteigen konnte. Kommentare machten das möglich. Auch neu war die Möglichkeit, sich zu verbinden: Blogger richteten Blogrolls ein, um andere Blogs zu nennen, die ihnen empfehlenswert erschienen. Und ja, all das tun wir nicht mehr: Kaum einer der die Kommentarfunktion noch nutzt, kaum jemand der seine Blogroll noch pflegt.

Ist Bloggen tot? Und das nur, weil nicht mehr auf unserem Weblog kommentiert wird? Ich denke nein, denn Kommentieren ist nicht das Herzstück des Bloggens. Das Herzstück des Bloggens ist es, Artikel zu schreiben. Für sein Blog ein Thema festzulegen, und halbwegs regelmässig darüber zu berichten. Gibt es dafür ein besseres Werkzeug als ein Blog? Ich denke nicht. Genau dieser Teil, das Erstellen von Inhalten, geht mit einem Weblog wunderbar leicht von der Hand. Und neue Möglichkeiten wie das Mobile Blogging machen es sogar immer einfacher, rund um die Uhr Artikel einzustellen.

whitehouseblog.jpgWas ist nun aber eigentlich gestorben? Nur die Art, wie über meine Inhalte diskutiert wird. Schlimm ist das jedoch nicht: Wenn die Diskussion über meine Inhalte jetzt an anderer Stelle stattfindet, wertet das nicht das Thema "Bloggen" an sich ab. Es scheint halt für meine Leser dort draussen einfach bessere Orte zu geben, um über Inhalte zu diskutieren als mein Weblog selbst.

Ich glaube, wir hatten nie bessere Werkzeuge an der Hand als jetzt, um unsere Blog-Einträge zur Diskussion zu stellen. Wir müssen als Blogger nur aktiv an diesen neuen Diskussions-Schauplätzen wie Twitter oder Friendfeed teilnehmen, wenn wir wissen wollen, wie über uns geredet wird. Wir verlieren zwar die Kontrolle über die Gespräche über uns, aber exakt das Moderieren von Kommentaren hat uns doch in der Vergangenheit am meisten Zeit und Nerven gekostet. Gut, dass wir uns endlich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können. Man darf nur dem Charme der neuen Diskussions-Schauplätze nicht zu sehr erliegen. Aber schließlich will man ja auch eigene Inhalte für die Diskussion haben. Bloggen geht's prima.
13. November 2008

Die Soziale Revolution

Morgen steht unser nächster Vortrag zum Thema Soziale Applikationen an, und zwar im Rahmen der Power-Society 08.

Es handelt sich um einen erweiterten Remix der Vorträge unseres Thementages, und natürlich möchten wir diesen auch mit den Besuchern unseres Weblogs "teilen". Dieses geht im Web2.0 derzeit am einfachsten und effektivsten per Slideshare, einem recht populären Service zum Austausch von Präsentationen und deren interaktive Einbettung in eigene und fremde Webseiten.
View SlideShare presentation or Upload your own. (tags: web2.0 social)
KosaidoEingangSchild.jpgDie Vorträge unseres Thementags "Web 2.0 im Unternehmen" stehen absofort zum Download bereit:

Sämtliche Vorträge wurden als PDF hinterlegt, sie benötigen für das Ansehen einen entsprechenden Reader.

Eine interaktive Version der Vorträge wandert in den nächsten Tagen auf unsere Webseite.

Der Vortrag von Herrn Walden (Toshiba Electronics Europe) sollte auf seinen Wunsch hin nicht offen eingestellt werden, sie können jedoch über uns Kontakt mit Herrn Walden aufnehmen falls es Fragen gibt.
Weblogs (oder kurz Blogs) sind in ihrer Urform die Online-Variante eines Tagebuchs. Der Unterschied zum klassischen Tagebuch ist dabei primär, dass Blogs in der Regel öffentlich geführt werden, und dass Kommentare möglich sind.

Warum sind Blogs so populär? Wir denken, weil sie das Publizieren im Internet oder Intranet für "die Massen" eröffnen: Blogs mit Einträgen zu füllen ist deutlich leichter als das Anlegen einer Webseite, und das macht sie für viele zu einer echten Alternative zum manuell erstellten Webauftritt. Ich kann mich beim Blog voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren, und finde mit etwas Glück ein geeignetes Design schon im Lieferumfang des gewählten Werkzeugs. Sollte das Design sich später einmal ändern müssen, ist das auch kein Drama: Ich verliere niemals bereits erstellt Inhalte.

leserbrief.jpgDie genannten Vorteile machen ein Blog jedoch noch nicht zur Sozialen Applikation. Erst die Kommentar-Funktion leistet das, denn Menschen können über sie mit mir in Verbindung treten.

"Publizieren und Kommentieren" hat den Charakter einer Zeitschrift mit Leserbrief-Funktion, wobei der Autor auf Wunsch Kommentare auch moderieren kann. Auch diese Schnittstelle für die Außenwelt macht Blogs deutlich interessanter als einen statischen Webauftritt.

Doch ist das schon alles, was ich für eine vollwertige Kommunikation brauche? Für den Autor des Weblogs ist es das: Er wird über die Kommentare zeitnah informiert und kann darauf reagieren. Doch wie erfährt der Leser von einer eventuellen Antwort auf seinen Kommentar? Wir können nicht davon ausgehen, daß er immer wieder mein Blog besuchen wird.

Feeds geben ihm sicher eine Übersicht über neue Artikel, die auf einem Blog eintreffen. Das ist eine gute und praktische Lösung. Einige Blogsystem liefern auch Kommentar-Feeds für jede einzelne Nachricht. Doch das ist unpraktikabel für den Leser: Er müsste für jede gestartete Kommunikation einen separaten Feed abverfolgen.

Ein Ansatz kann sein, die Kommunkation nicht im Weblog stattfinden zu lassen, sondern auf externen Plattformen. Das kann ein Microblog sein oder ein Feedaggregator wie friendfeed. Hier ist das Diskutieren eines Themas deutlich einfacher im Rede- und Antwortspiel als auf einem Weblog.

Es wird spannend sein zu beobachten, wie die Hersteller in der Zukunft das "Problem der auf Blogs aufkommenden Diskussionen" in Angriff nehmen. Für den Firmeneinsatz gibt es Pakete wie das Confluence-News-Modul, die Benachrichtigungsemails an alle Parteien der Diskussion versenden, wenn etwas "relevantes" passiert. Unternehmen sind hier ausnahmsweise einmal umfassender bedient mit Lösungen als es das offene Internet derzeit ist.
28. Juli 2008

Software oder Service?

Fast alle Typen Sozialer Applikationen gibt es sowohl als Software zum Download als auch als Internet-Service. Im privaten Umfeld sind Services recht populär, sicher, weil es oft zu aufwendig ist, einen eigenen Server aufzusetzen. Im Unternehmen geht es jedoch primär darum, die eigenen Daten unter Kontrolle zu behalten. Zwar erreicht kaum ein Unternehmen die Verfügbarkeit eines modernen Internetdienstes, allerdings sind Ausfälle von Services meist umgehend für die ganze Welt offenkundig.
p1_toomuchemail.jpgNeben Spam nervt eine Form von Emails im Unternehmen besonders, und das sind sogenannte Breitband-Emails an mehr als eine handvoll von Empfängern. Im Extremfall laufen diese Emails an jeden Mitarbeiter im Unternehmen. Und extrem ärgerlich oder manchmal auch unfreiwillig komisch wird es, wenn ebenso breitbandig und wieder über alle Teilnehmer darauf geantwortet wird.

Nachrichtenkanäle sind im Enterprise-2.0-Umfeld eine besondere Form von Weblogs.
Im Vergleich zwischen Emailbox und Weblog verhalten sich Nachrichten und Kommentare grundlegend unterschiedlich: Auf einem Weblog werden Kommentare erst sichtbar, wenn man in die Nachricht hineinnavigiert, außerdem bleibt der Zusammenhang zwischen Nachrichten und Kommentaren jederzeit gewahrt.
email_vs_weblog.jpg Es spielt darüber hinaus keine Rolle, wann ein Empfänger auf einen Kanal aufgeschaltet wird: Er hat immer Zugang zur kompletten Historie. Ein weiterer klarer Vorteil des Weblogs ist, dass Dateien nicht redundant in mehrere Boxen verteilt werden, sondern zentral und für alle gemeinsam auf ein und dem selben Server vorliegen.
newsletters.jpg

Das Benachrichtigungs-Medium par excellence im Unternehmen ist sicherlich immer noch Email. Mitarbeiter haben rund um die Uhr Outlook oder ähnlich Emailclients offen, Internet-Browser werden jedoch erst bei Bedarf geöffnet.

Wikis und Weblogs nutzen als Benachrichtigungswerkzeug bevorzugt RSS Feeds. Für die Benutzer im Unternehmen sind diese jedoch nur mit Extra-Aufwand konsumierbar. Online Feed-Reader wie Bloglines oder Google Reader demonstrieren eindrucksvoll, wie leicht sich Feeds konsumieren lassen, sind aber nicht für den geschlossenen Einsatz im Intranet konzipiert.

Das Suchen nach einer Lösung lohnt sich jedoch, schließlich schafft die Kombination von Feeds mit Weblogs ganz neue Möglichkeiten für die Unternehmenskommunikation. Das Erschaffen von hocheffizienten Nachrichtenkanälen wird zum Kinderspiel wenn diese Basisprobleme erst einmal aus dem Weg geräumt sind.

Für die Nutzung ist Training und ein Umlernen nötig: Entweder muss der bestehende Email-Client um Feed-Funktionen erweitert werden, oder wir etablieren ein Webportal als Zentrum der Unternehmenskommunikation.

Will ich derzeit ein Weblog als Nachrichtenkanal etablieren, ist der praktikabelste Ansatz der, auch einen Email-Newsletter zu verschicken. Für manchen Nachrichten mit sofortiger Versendung (wichtige Systeminfos), für andere mit regelmässiger Frequenz (täglich, wöchentlich...).

Mitarbeiter sollten dabei Eigenkontrolle über das Anpassen, Abonnieren oder Abstellen von Newsletter-Inhalten haben. Im Idealfall stellen sie die gewünschten Inhalte per Klick zusammen.

Das Aufsetzen einer solchen Newsletterfunktion kriege ich jedoch nicht geschenkt: Soziale Applikationen liefern zwar durch die Bank Feed-Funktionen, jedoch nur selten Newsletter-Unterstützung.
Gehen wir einmal davon aus, dass ich zum Start meines Weblogs viele fremde Blogs zum gleichen Thema lese und dort Kommentare hinterlasse. Der Zweck dabei ist dann unter anderem, dass ich Querverbindungen zu meinem Blog aufbaue.

Will ich für diese Querverbindung auch etwas zurückgeben, kann ich das am einfachsten machen, indem ich meine neu entdeckten Lieblings-Weblogs auf meine Blogroll setze.

Eine Blogroll ist eine Liste von fremden Blogs, die ich über mein eigenes Blog bewerbe. Meist taucht sie in den Seitenbereichen meines Blogs auf, und listet Autoren zu "meinem Blog-Thema" deren Arbeit ich schätze. Auch auf Social Apps wird es bald eine solche Blogroll geben, die wir jedes mal wenn wir einen empfehlenswerten Blogger entdecken ergänzen wollen.

Neuzugänge auf der eigenen Blogroll beschreibt man natürlich am besten mit einem neuen Blogbeitrag.