Weblogs (oder kurz
Blogs) sind in ihrer Urform die Online-Variante eines Tagebuchs. Der Unterschied zum klassischen Tagebuch ist dabei primär, dass Blogs in der Regel öffentlich geführt werden, und dass Kommentare möglich sind.
Warum sind Blogs so populär? Wir denken, weil sie das Publizieren im Internet oder Intranet für "die Massen" eröffnen: Blogs mit Einträgen zu füllen ist deutlich leichter als das Anlegen einer Webseite, und das macht sie für viele zu einer echten Alternative zum manuell erstellten Webauftritt. Ich kann mich beim Blog voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren, und finde mit etwas Glück ein geeignetes Design schon im Lieferumfang des gewählten Werkzeugs. Sollte das Design sich später einmal ändern müssen, ist das auch kein Drama: Ich verliere niemals bereits erstellt Inhalte.
Die genannten Vorteile machen ein Blog jedoch noch nicht zur Sozialen Applikation. Erst die Kommentar-Funktion leistet das, denn Menschen können über sie mit mir in Verbindung treten.
"Publizieren und Kommentieren" hat den Charakter einer Zeitschrift mit Leserbrief-Funktion, wobei der Autor auf Wunsch Kommentare auch moderieren kann. Auch diese
Schnittstelle für die Außenwelt macht Blogs deutlich interessanter als einen statischen Webauftritt.
Doch ist das schon alles, was ich für eine vollwertige Kommunikation brauche? Für den Autor des Weblogs ist es das: Er wird über die Kommentare zeitnah informiert und kann darauf reagieren. Doch wie erfährt der Leser von einer eventuellen Antwort auf seinen Kommentar? Wir können nicht davon ausgehen, daß er immer wieder mein Blog besuchen wird.
Feeds geben ihm sicher eine Übersicht über neue Artikel, die auf einem Blog eintreffen. Das ist eine gute und praktische Lösung. Einige Blogsystem liefern auch Kommentar-Feeds für jede einzelne Nachricht. Doch das ist unpraktikabel für den Leser: Er müsste für jede gestartete Kommunikation einen separaten Feed abverfolgen.
Ein Ansatz kann sein, die Kommunkation nicht im Weblog stattfinden zu lassen, sondern auf externen Plattformen. Das kann ein Microblog sein oder ein Feedaggregator wie
friendfeed. Hier ist das Diskutieren eines Themas deutlich einfacher im Rede- und Antwortspiel als auf einem Weblog.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie die Hersteller in der Zukunft das
"Problem der auf Blogs aufkommenden Diskussionen" in Angriff nehmen. Für den Firmeneinsatz gibt es Pakete wie das Confluence-News-Modul, die Benachrichtigungsemails an alle Parteien der Diskussion versenden, wenn etwas "relevantes" passiert. Unternehmen sind hier ausnahmsweise einmal umfassender bedient mit Lösungen als es das offene Internet derzeit ist.